
Ich komme mir fast ein bisschen albern dabei vor, euch hier nun allen Ernstes ein Rezept für einen Obstbrei präsentieren zu wollen. Aber vielleicht gibt es zu dem Thema doch deutlich mehr zu sagen, als es auf den ersten Blick scheint.
Viele Eltern greifen gerne zu, wenn bei dm, Rossmann und Co. die Quetschbeutel mit den bunten Motiven in den Auslagen liegen. Kein Wunder: Das Obstmus für unterwegs kommt praktisch im wiederverschließbaren Beutel daher, und das „Süße nur aus Früchten“-Versprechen auf der Verpackung sowie das gut platzierte Bio-Siegel sorgen für ein gutes Gewissen.
Um es vorweg zu sagen: Nein, ich denke nicht, dass Quetschies direkt aus der Hölle kommen. Denn ja, wenn man sich die Inhaltsstoffe durchliest, ist da tatsächlich nur von pürierten Bio-Früchten die Rede – vorausgesetzt, es handelt sich um Obstquetschies, denn inzwischen gibt es ja sogar Schokopudding zum Saugen aus der Tüte (da lautet meine Meinung ganz klar: Finger weg!).
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Quetschies wegen dem Saugverschluss erwiesenermaßen das Risiko für Karies erhöhen1 und dass in den Mixturen häufig zum Großteil schnödes Apfelmus drin ist, welches man auch deutlich günstiger im Glas kaufen kann.
Von daher möchte ich euch gerne einen nährstoffdichteren Obstbrei vorstellen, den ich A. regelmäßig anrühre und der sich im Schraubglas auch prima in die Kita mitnehmen lässt. Die Menge ist hier für ein Kleinkind zwischen 1- 3 Jahren kalkuliert:
Die Zutaten:
– circa 60g Banane (entspricht 1/2 – 2/3 je nach Größe)
– circa 60g Beeren (Himbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Johannesbeeren)
– 1 TL Nussmus (100%, z.B. Cashew- oder Mandelmus)
Die Zubereitung:
Banane und Himbeeren mit einer Gabel zerquetschen und anschließend das Nussmus unterrühren. Fertig!
Nützliche Zusatzinfos:
Beeren sind auch für die Lebensmittelindustrie oft ein teurer Spaß und werden daher meist sparsam eingesetzt. In diesem Quetschie von dm sind beispielsweise sagenhafte 5% Heidelbeerpüree. Dabei sind zuckerarme Beeren aufgrund der enthaltenen Polyphenole und ihrer antioxidativen Wirkung auch für Kinder in der Entwicklung unverzichtbar. Härtere Beeren wie Heidel- oder Stachelbeeren sollten natürlich immer gewissenhaft zerkleinert werden, um Verschluckungen zu vermeiden.
Auch das Nussmus in diesem Rezept gibt den Extrakick bei der Nährstoffversorgung. Die ungesättigten Fettsäuren aus Cashew und Co. liefern viel Energie, gleichzeitig hilft das Fett bei der Absorption der Vitamine und Nährstoffe aus dem Obst. Beim Kauf von Nussmus bitte immer darauf achten, dass es sich um 100% Nüsse in Bioqualität handelt, denn beispielsweise handelsübliche Erdnussbutter enthält häufig zusätzlichen Zucker und/oder Palmfett.
Falls die frischen Beeren im Supermarkt mal ausverkauft sind, lohnt sich ein Vorrat an TK-Beeren im Gefrierschrank. Diese sind oft sogar günstiger und stehen ihren frischen Kollegen in Sachen Nährstoffe in nichts nach, sofern man sie langsam und schonend auftaut (also bitte nicht in der Mikrowelle erhitzen). Und wer einen Kleingarten mit Beerensträuchern hat, kann natürlich auch jede Menge Vorräte für den Winter im Gefrierschrank anlegen.

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