
In dem Rezept zu Arthurs Powerfrühstück hatte ich es ja schon groß angekündigt: Obwohl die Instant-Knochenbrühe, die ich ihm jeden Morgen in den Haferbrei rühre, sicherlich ihren Nutzen hat, möchte ich auch eine eigene Knochenbrühe kreieren und euch dazu selbstverständlich das Rezept zur Verfügung stellen. Denn Knochenbrühe ist viel mehr als nur ein wärmendes Getränk, das auch als Saucen- oder Suppenbasis was taugt. Die vielen gesundheitlichen Vorteile könnt ihr wie immer weiter unten bei den Zusatzinfos nachlesen. Hier kommt aber erstmal das Rezept:
Die Zutaten und Hilfsmittel:


- 1,5 – 2 Kilo Knochen (am besten ein Mix aus Sand-, Mark- und Geflügelknochen)
- 4 Karotten
- 1/2 Selleriewurzel
- 1 ganzer Lauch
- 2 Lorbeerblätter
- Wasser
- Schnellkochtopf
- 1-2 weitere große Gefäße
- 1 feinmaschiges Sieb

Die Zubereitung:
Das Gemüse waschen, putzen und in grobe Stücke schneiden. Anschließend zusammen mit den Knochen und den Lorbeerblättern in den Schnellkochtopf geben und zu maximal 2/3 mit Wasser aufgießen, dabei sollte der Inhalt möglichst mit Wasser bedeckt sein.
Den Schnellkochtopf verschließen, Garstufe 2 wählen und auf dem Herd zunächst auf höchster Stufe erhitzen. Sobald sich das Ventil geschlossen und der Kochvorgang im Topf begonnen hat, die Temperatur am Herd herunterregeln und die Brühe nun für mindestens 4 Stunden (je länger je besser) köcheln lassen.

Am Ende der Garzeit den Herd ausschalten und den Schnellkochtopf langsam abkühlen lassen; alternativ kann man auch vorsichtig über das Ventil den Druck und Dampf ablassen. Sobald sich der Topf wieder öffnen lässt, zunächst die groben Bestandteile mit einer gelochten Kelle vorsichtig abschöpfen. Anschließend die Brühe durch ein feinmaschiges Sieb in ein anderes großes Gefäß umfüllen, um auch feine Knochenreste und Gemüsestücke herauszufiltern.

Zum Schluss die Brühe nach Belieben in Tupperdosen abfüllen, auf Zimmertemperatur herunterkühlen lassen und im Gefrierschrank verstauen.
Nützliche Zusatzinfos:
Während unsere Omas und Uromas zur damaligen Zeit die Knochen sicherlich auskochten, weil Fleisch teuer und in Krisenjahren Mangelware war, hatten sie dabei einen wesentlichen Vorteil von Knochenbrühe gegenüber anderen tierischen Produkten wohl kaum auf dem Schirm: Knochen, Knorpel und Sehnen sind keinesfalls die minderwertigen Teile beim Schlachttier – ganz im Gegenteil. Sie stecken voller wichtiger Aminosäuren wie z.B. Glycin, Arginin, Prolin oder Glutamin. Diese Eiweißbausteine helfen nicht nur bei der Kollagen- oder Bindegewebsbildung und sind damit super für Haut und Muskeln. Insbesondere Glutamin ist auch der ideale Kitt, der die Darmschleimhaut dicht und geschmeidig hält. Von daher ist Knochenbrühe also nicht nur etwas für Kinder wie Arthur mit muskulären Stoffwechselerkrankungen, sondern beispielsweise auch für kleine Patienten mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarm oder auch Leaky Gut Syndrom hervorragend geeignet.
Ähnlich wie bei Innereien wie beispielsweise Leber – ein Superfood, zu dem ich jüngst auch einen eigenständigen Artikel verfasst habe – sind Knochen ebenso beim Biometzger sehr erschwinglich und schon für kleines Geld zu haben. Wer bei der Vorbereitung der Knochenbrühe noch mehr sparen will, kann zusätzlich die Knochen verwenden, die zum Beispiel beim letzten Ofenhähnchen angefallen sind. So habe ich einfach ein paar Knochen- und Knorpel über einige Wochen gesammelt und zusammen mit den gekauften Sand- und Markknochen im Gefrierschrank gelagert, bis ich die Brühe schließlich angesetzt habe. Somit habe ich durch die verschiedenen Knochentypen von Rind und Federvieh die Knochenbrühe nicht nur geschmacklich optimiert; ich habe auch das zuvor gekaufte Geflügel voll und ganz verwertet.
Wenn ihr die Brühe dann fertiggekocht habt, ist der Gefrierschrank auch im Sinne der Lagerung der beste Ort. Die abgefüllte Brühe könnt ihr einfach portionsweise auftauen und verwenden – sei es als nahrhaftes Supplement für euren Nachwuchs oder wenn ihr die Knochenbrühe als Basis für Eintöpfe, Saucen oder andere herzhafte Rezepte nutzen mögt. Auch im Krankheitsfall kann euch die Brühe von Nutzen sein. Es ist kein Zufall, dass zum Beispiel eine selbstgekochte Hühnersuppe bei Erkältungsinfekten wahre Wunder zu bewirken scheint.
Ich empfehle euch jedenfalls definitiv, die Brühe einmal selbst zu kochen und euch damit zu bevorraten. Mit ein wenig Vorbereitung, guten Bio-Knochen und einem Schnellkochtopf ist der Aufwand vergleichsweise gering und ihr habt ein hervorragendes Lebensmittel selbst hergestellt, das nicht nur vielseitig einsetzbar ist, sondern jede Menge gesundheitliche Benefits für euch und eure Kinder bereithält.

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