Aktuell geht „es“ mal wieder rum: Egal ob simple Erkältungen, Influenza, Corona oder sogar RSV-Viren: Von Oktober bis März gibt man sich in Sachen Keime in Schulen oder Kitas stets die Klinke in die Hand. Viele Eltern sind verständlicherweise frustriert und verzweifelt, wenn der eigene Nachwuchs im Verlauf weniger Wochen ständig neue Viren mit nach Hause bringt. Und insbesondere alarmiert sind diejenigen unter uns, deren Kinder aufgrund einer Behinderung oder chronischen Vorerkrankung diese zusätzliche gesundheitliche Belastung ganz und gar nicht gebrauchen können. Für Arthur können Atemwegserkrankungen aufgrund seiner Muskeldystrophie deutlich belastender sein, weshalb ich stetig daran arbeite, sein Immunsystem so gut es geht dagegen zu wappnen.
Wäre es da nicht toll, wenn es ein einfaches Lebensmittel gäbe, dass Infekte schneller abklingen lässt und wie ein Schutzschild gegen neue Ansteckungen wirkt? Der Titel legt es bereits nahe: Ja, das gibt es – nämlich die gute alte Hühnernudelsuppe!
Hühnersuppe fällt in die Kategorie jener Rezepte, die man noch aus alten Zeiten kennt und die aus heutiger Sicht alles andere als hip und modern daherkommen. Dabei war die Auffassung unserer Großmütter und Urgroßmütter, Hühnersuppe könne bei Erkältungen und anderen Erkrankungen helfen, keineswegs einem Placebo-Effekt geschuldet. Im Gegenteil: Mittlerweile haben diverse Studien nachgewiesen, dass die goldgelbe Brühe aus ausgekochten Knochen und Gemüse stark antientzündlich wirkt und eine ganze Reihe an hochpotenten Mikronährstoffen enthält, die das Immunsystem wieder auf Vordermann bringen. Wie genau das funktioniert, erfährst du wie immer weiter unten in den nützlichen Zusatzinfos.
Und bevor ich direkt mit dem Rezept loslege, hier noch ein kleiner Disclaimer: Ja, dieses Rezept ist einigermaßen zeitintensiv und macht Arbeit. ABER: Die Benefits dieses Gericht rechtfertigen definitiv den Aufwand; und die Menge, die man mit einem Mal kocht, reicht auf jeden Fall für mehrere Portionen, die man auch wunderbar einfrieren kann. So hat man dieses heilsbringende Lebensmittel schnell parat, wenn der Nachwuchs sich mal wieder einen Infekt eingehandelt hat und dringend eine dichte Versorgung mit Nährstoffen braucht.
Zutaten:

- 1kg Bio Suppenhuhn (frisch oder gefroren)
- 4-5 große Karotten
- 2-3 Stangen Sellerie
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 EL Olivenöl
- 1 EL Instant-Gemüsebrühe
- 1 TL Essig
- 250 Gramm Vollkornnudeln nach Wahl (z.B. Muschelnudeln, ich selbst hatte nur Farfalle zur Hand)
- 1-2 TL Kurkumapulver für den zusätzlichen Antientzündungs-Kick
- Pfeffer (unbedingt erforderlich) & Salz (nach Geschmack)
Zubereitung:
Das Huhn ggf. auftauen lassen und in einem ausreichend großen Suppentopf mit kaltem (!) Wasser bedecken. Einen kleinen TL Essig hinzufügen und die Brühe bei mittlerer Hitze mindestens 2,5, besser 3-4 Stunden simmern lassen. Ein Schnellkochtopf (den ich sehr empfehle) verkürzt die Kochzeit auf Stufe 2 auf etwa 1 Stunde.

wenn man regelmäßig kräftige Brühen kochen möchte.
Währenddessen Karotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und in einer separaten Pfanne in Olivenöl anschwitzen. Das Suppenhuhn nach der Kochzeit herausnehmen und beiseitelegen. Die Brühe vorsichtig durch ein Sieb in ein großes Gefäß umfüllen, um kleine Knochenteile und lose Fleischstücke herauszufiltern.

Anschließend die Brühe zurück in den Topf geben. Nun das Fleisch von den Knochen lösen und mit den Händen zerzupfen, dabei gründlich nach kleinen Knochen suchen und diese entfernen.

Das zerzupfte Hühnerfleisch zusammen mit dem gedünsteten Gemüse wieder in die Brühe geben, Instant-Gemüsebrühe und Kurkuma hinzugeben und kurz aufkochen lassen. Nudeln hinzugeben und circa 10 min mitkochen, bis sie al dente sind. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und servieren.

Nützliche Zusatzinfos:
Wie es eingangs schon anklang, liegt die immunmodulierende Kraft in der Brühe, die man durch das Auskochen des gesamten Suppenhuhnes produziert. Das Wasser und die Hitze ziehen L-Cystein aus dem Hühnerfleischgewebe, was auf die Schleimhäute entzündungshemmend und abschwellend wirkt. Außerdem schmilzt die Hitze das gummiartige Kollagen aus Knorpel und Sehnen zu Gelatine, die in flüssiger Form vom Körper deutlich besser aufgenommen werden kann. Die Gelatine enthält wiederum die Aminosäuren Glycin und Prolin, die für eine starke und gesunde Darmschleimhaut sorgen – extrem wichtig also für das Immunsystem. Der kleine Schluck Essig, den ihr dem Kochwasser zusetzt, spült außerdem noch Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Phosphor aus den Hühnerknochen, was wiederum sehr nützlich für den Elektrolyte-Haushalt eures kleinen Patienten ist.
Zudem enthält Hühnersuppe, im Vergleich zur Rinderknochenbrühe (die allerdings ganz eigene Vorteile hat!), besonders viel Carnosin, was ebenfalls die Entzündung herunterregelt und den Körper bei einer effizienten Bekämpfung der Keime unterstützt.
In Kombination mit dem Gemüse (wertvolle Lieferanten für Beta-Carotin sowie weitere Mineralstoffe) und dem Kurkuma-Pulver, das die antientzündliche Wirkung nochmals potenziert, entsteht so eine super gesunde Clean-Eating-Power-Suppe, die eurem Kind helfen wird, Infekte schneller durchzustehen und die es insgesamt während der Erkältungs-und Grippesaison widerstandsfähiger machen wird.

Quellen:
– https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3358810/
– https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/hilft-huehnersuppe-bei-erkaeltungen/
– https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/newsletter-gesundheit-im-blick/huehnersuppe-bei-erkaeltungen-1147948
– https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/hilft-huehnersuppe-gegen-erkaeltungen-a-654a6f9f-3261-4c9d-a6bc-a74e46eaacac
– https://rp-online.de/leben/gesundheit/erkaeltungen-huehnersuppe-kann-laut-studien-wirklich-helfen_aid-131233427

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