Wenn jemand mir gegenüber irgendein Nahrungsergänzungsmittel als wahre Wunderkur preist, die so ziemlich gegen alle möglichen Beschwerden wirkt, bin ich naturgemäß erstmal skeptisch – und ihr solltet es genauso sein. Wie ich es schon an anderer Stelle erläutert hatte: Der Mensch gewinnt sein gesamtes ‚Baumaterial‘ aus der natürlichen Umwelt und braucht viele verschiedene Nahrungsbestandteile wie Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe, um sich selbst instandzuhalten oder bei Krankheit wiederherzustellen. Dass nur ein einziger Stoff all das kompensieren könnte, ist eindeutig ein leeres Heilsversprechen.
Gleichzeitig unterliegen aber auch die Nährstoffe eines Menschen einem bestimmten Ranking. Einige unter ihnen sind nur semi-essentiell, da der menschliche Organismus sie selbst herstellen kann und nicht zwingend von außen zuführen muss. Andere sind wiederum essentiell, und entsprechend groß ist ihr Einfluss auf den gesamten Körper. Zu diesen essentiellen Nährstoffen gehören die sogenannten Omega-3-Fettsäuren. Und wenn man sich einmal anschaut, was diese Fettsäuren alles im Körper bewirken können, und wie sie entsprechend auch beeinträchtigten Kindern helfen können, kommt es einem tatsächlich wie eine Art Wundermittel vor.
Bevor ich konkret einsteige und erläutere, was Omega-3 gerade in der kindlichen Genese – und umso mehr in der Entwicklung beeinträchtigter Kinder – so unverzichtbar macht, gebe ich euch einen kurzen Überblick über das Thema Fettsäuren allgemein.
Wozu brauchen wir eigentlich Fettsäuren?
Alle Lebewesen, pflanzliche, tierische und auch menschliche, sind neben Proteinen auch aus Fettsäuren aufgebaut. Diese sorgen nicht nur für Schwimmringe am Bauch, also für Energiereserven, die der Körper sich für schlechte Zeiten anlegt. Die verschiedenen Fettsäuren sind auch strukturgebende Bestandteile unseres Organismus; sie finden sich beispielsweise in den Membranen unserer Zellen und halten diese geschmeidig, sie sind an hormonellen Abläufen im Körper beteiligt, und unser Gehirn besteht sogar zu etwa 55% aus Fett.
Zu den vielen verschiedenen Fettsäuren lässt sich so viel sagen, dass es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Wenn ihr mehr zu dem Thema erfahren mögt, habe ich hier einen sehr guten Buchtipp für euch. Neben einer kleinen Einführung in die Welt der Fettsäuren erfahrt ihr dort noch einmal mehr, warum Omega-3 unbedingt in den Speiseplan von Kindern gehört.
Für den Moment reicht erstmal als Wissen-to-Go, dass es neben den Omega-3- Fettsäuren auch Omega-6-Fettsäuren gibt. Beide sind essentiell für den menschlichen Organismus, und sie wirken in einem idealen Zusammenspiel wie Ying & Yang: Während Omega-6 den Zellmembranen mehr statische Stabilität gibt, wirkt Omega-3 auf diese flexibilisierend und steigert zugleich die Membrandurchlässigkeit für Nährstoffe. Omega-6-Fettsäuren sind entzündungsfördernd (was nötig sein kann, etwa als Erstreaktion auf Verletzungen), während Omega-3-Fettsäuren antientzündlich wirken und somit die Heilung beschleunigen. Und auch das Gehirn benötigt für sein gesamtes Potenzial beide Fettsäuren-Gruppen.1
Zu viel Omega-6 macht krank
Doch hier kommt die Crux: ‚Dank‘ unserer westlichen Ernährungsweise herrscht bei den meisten Menschen, Kinder eingeschlossen, ein extremer Überhang an Omega-6-Fettsäuren im Körper. Diese führen im Übermaß zu sogenannten stillen Entzündungen, was wiederum erklärt, warum immer mehr Menschen chronische Krankheiten entwickeln, an denen ein übermäßiger Omega-6-Konsum definitiv beteiligt sein kann.2 Omega-6 aktiviert unter anderem auch die Blutgerinnung, hemmt das Hirnwachstum und erhöht den Blutdruck.3
Das klingt alles so, als wenn man sich Omega-6 in seiner Gänze sparen müsste, aber dem ist nicht so: Es ist genauso wichtig wie Omega-3, allerdings ist es in unserer modernen Ernährung stark überrepräsentiert, weshalb es bei immer mehr Menschen zu Beschwerden kommt.
Denn Omega-6 findet sich nicht nur in tierischen Produkten wie Fleisch, Käse oder Eiern; es ist mittlerweile auch wesentlicher Bestandteil von hochverarbeiteten Lebensmitteln – schlichtweg, weil die bei deren Produktion zu Hilfe genommenen Öle (Sonnenblumenöl, Distelöl, Sojaöl) deutlich billiger als andere Fette mit einer günstigeren Fettsäurenbilanz (z.B. Olivenöl) sind.
Um es mal mit Zahlen zu verdeutlichen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Omega-6 zu Omega-3-Ratio von mindestens 5 zu 1, das heißt 5x so viel Omega-6 im Körper wie Omega-3.4 Das ist eigentlich das absolute Maximum an Omega-6, doch selbst diesen Wert überschreiten die meisten Menschen um Längen. Stattdessen sind Relationen von 10 zu 1 oder sogar 20 zu 1 traurige Realität in den westlichen Ländern, weil unsere Ernährung inzwischen deutlich mehr Omega-6 enthält.5
Wo steckt Omega-3 drin?
Was kann man also tun, wenn Omega-6 in unserer Ernährung derart überrepräsentiert ist? Richtig, zuallererst lohnt der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die etwa hochverarbeitet sind und zu viele billige Fette enthalten. Und ansonsten sollte man unbedingt zu mehr Omega-3 Fettsäuren greifen. Diese finden sich aus pflanzlicher Quelle beispielsweise in Leinsamen oder Nüssen; hierbei handelt es sich dann um die sogenannte Alpha-Linolensäure (ALA). Doch Achtung, ALA ist im Grunde nur eine Vorstufe der beiden wichtigeren Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Der menschliche Körper kann ALA zu einem kleinen Teil in EPA und DHA umwandeln, doch dies reicht für eine optimale Versorgung leider nicht aus.6
Hier kommen nun die sogenannten aquatischen Quellen ins Spiel, denn EPA und DHA kommen vor allem in fettreichem Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen, Hering) und anderem Meeresgetier (Krebse, Garnelen, Muscheln) vor. Kein Wunder, dass die Europäische Kommission ebenfalls empfiehlt, mindestens 1x pro Woche fettreichen Fisch zu essen.7 Doch auch hier gibt es leider einen weiteren großen Haken:
Während die Menschen früher deutlich mehr Wildfang betrieben haben und ihren Omega-3-Bedarf darüber decken konnten, kommen viele Fische, die heutzutage auf unserem Teller landen, zumeist aus der Zucht. Und dort werden sie in der Regel nicht gerade artgerecht gehalten: Während ein Lachs in freier Wildbahn sich überwiegend von Krill und anderem kleinen Meeresgetier ernährt, bekommt der Zuchtlachs hingegen Omega-6-reiches pflanzliches Futter als Hauptnahrungsmittel verabreicht. Dies wiederum führt dazu, dass der gezüchtete Fisch umso weniger Omega-3 anreichern kann, denn diese Fettsäuren kommen in der Zuchtnahrung kaum noch vor.8 Der wildlebende Lachs hingegen bekommt sein Omega-3 aus dem Krill, der wiederum die Algen frisst – die ursprüngliche Quelle für DHA und EPA.
Dies ist der entscheidende Punkt: Die Omega-3-Fettsäuren landen über die Nahrungskette in unserem Organismus. Und wenn es immer schwieriger wird, Omega-3 mittels Fischverzehr zuzuführen, muss man nach anderen Strategien suchen, um seinen Bedarf optimal decken zu können. Glücklicherweise wurde schon vor einigen Jahren ein Lösung für dieses Problem gefunden. Sie lautet: Algenöl.
Lies hier weiter und erfahre die 10 wichtigsten Benefits von Omega-3:

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